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Warenkorbabbrecher: Warum 60 Minuten oft zu früh sind

Kassenzone eines Onlineshops mit Warenkorb auf dem Bildschirm

Viele ESPs schlagen 30 oder 60 Minuten als ersten Reminder vor. Das stammt aus Zeiten, in denen Warenkörbe kurzlebiger wirkten. Heute vergleichen Kundinnen und Kunden Preise über Tabs hinweg — besonders bei Körben über 150 Euro.

In Gesprächen mit drei Mode-Shops aus Sachsen-Anhalt und Niedersachsen zeigte sich: Mails nach einer Stunde erzeugten Klicks, aber wenige Abschlüsse. Die zweite Mail nach 24 Stunden dagegen holte den größten Teil der nachträglichen Käufe. Bei Möbeln und Elektro lag der sinnvolle erste Kontakt eher bei vier bis sechs Stunden.

Wir empfehlen eine Staffelung nach Warenkorbwert statt einer festen Uhrzeit für alle. Kleine Impulse (unter 40 Euro) vertragen einen früheren Touchpoint. Teure Warenkörbe brauchen Raum für den Vergleich — und eine erste Mail, die Verfügbarkeit und Lieferfenster betont, nicht den Rabatt.

Prüfen Sie parallel, ob Ihre Reminder-Mails dieselben Produktbilder wie die Produktdetailseite nutzen. Inkonsistente Darstellung wirkt wie ein anderer Absender und senkt das Vertrauen genau dann, wenn die Kaufentscheidung noch offen ist.

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